Leitfaden für Köche

Privatkoch werden: Schritt für Schritt zum eigenen Mietkoch-Service

Als Privatkoch oder Mietkoch kochst du dort, wo deine Kunden sind: in ihrer Küche, in einer Ferienwohnung oder einer Eventlocation. Du stimmst das Menü mit dem Kunden ab, kaufst ein, kochst, richtest an, servierst und hinterlässt die Küche sauberer, als du sie vorgefunden hast. Hinter dir steht kein Restaurant, kein Pass und kein Küchenchef: Den ganzen Service verantwortest du allein.

Dieser Leitfaden zeigt, welche Erfahrung Kunden erwarten, welche Bescheinigungen du brauchst, wie du dein Gewerbe anmeldest und wie du zu ersten Menüs, Preisen und Buchungen kommst. Für Versicherung, Verträge und Steuern lies danach als Privatkoch selbstständig machen.

Von UpChef · Veröffentlicht am

Privatkoch, Mietkoch, Personal Chef: was ist was?

  • Mietkoch für Events. Dinner, Geburtstage, Jubiläen, kleine Firmenessen, meist für 2 bis 20 Gäste. Hier fangen die meisten an, und genau das vermitteln Buchungsplattformen.
  • Personal Chef. Du kochst regelmäßig für einige Haushalte vor, etwa die Mahlzeiten einer Woche, beschriftet im Kühlschrank.
  • Angestellter Privatkoch. Fest bei einer Familie, oft mit Gehalt, manchmal auf Reisen, im Chalet oder auf einer Yacht. Solche Stellen laufen meist über spezialisierte Agenturen und Empfehlungen.

Ein typischer Eventtag: morgens einkaufen, vorbereiten, zwei bis drei Stunden vor dem Service ankommen, kochen und anrichten, danach spülen und einpacken. Das eigentliche Kochen ist oft weniger als die Hälfte deiner Arbeitszeit.

Brauche ich eine Ausbildung als Koch?

Um bei Privatkunden zu kochen, schreibt der Gesetzgeber in der Regel keine abgeschlossene Kochausbildung vor. Kunden fragen selten nach dem Zeugnis. Sie wollen wissen, ob das Essen hervorragend war, ob du pünktlich warst und ob du an die Nussallergie gedacht hast, ohne dass man dich erinnern musste. Was dafür zählt:

  • Ein ganzes Menü allein und auf den Punkt kochen, in einer Küche, die du nicht kennst.
  • Kalkulieren: Wareneinsatz pro Teller kennen, bevor du ein Angebot machst.
  • Allergene im Griff: schriftlich abfragen, kennzeichnen, getrennt vorbereiten.
  • Gastgeberqualitäten: Du kochst vor den Gästen, erklärst Gerichte und bleibst bei Sonderwünschen ruhig.

Ohne Profiküchen-Erfahrung solltest du dir die zuerst holen: Schichten in einem Restaurant mit Betrieb, Aushilfe bei einem Caterer oder als Assistenz eines etablierten Mietkochs. Danach klein anfangen: Dinner für 4 bis 8 Personen mit Menüs, die du im Schlaf kannst.

Infektionsschutzbelehrung nach § 43 IfSG und Hygiene

Bevor du gewerbsmäßig mit Lebensmitteln für andere arbeitest, brauchst du eine Bescheinigung über die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Sie stellt das Gesundheitsamt oder ein von ihm beauftragter Arzt aus; viele Gesundheitsämter bieten die Belehrung online an. Bei Aufnahme der Tätigkeit darf die Bescheinigung nicht älter als drei Monate sein.

  • Die Belehrung ist alle zwei Jahre zu wiederholen und zu dokumentieren; das Gesetz verpflichtet dazu Arbeitgeber und wendet die Pflicht nach § 43 Abs. 6 entsprechend auf Selbstständige an.
  • Die Bescheinigung (und der Nachweis der Wiederholung) muss am Arbeitsplatz verfügbar sein und auf Verlangen vorgezeigt werden.
  • Daneben verlangt die EU-Hygieneverordnung 852/2004 eine Schulung in Lebensmittelhygiene für alle, die Lebensmittel für Kunden verarbeiten. Ein HACCP- oder Hygienekurs ist der einfachste Nachweis.

Kochst du in deiner eigenen Küche vor und lieferst aus, wird deine Küche zum Lebensmittelbetrieb, der in der Regel bei der Lebensmittelüberwachung registriert werden muss. Frag dort nach, bevor du anfängst.

Gewerbe anmelden als Mietkoch

Als selbstständiger Mietkoch meldest du in der Regel ein Gewerbe beim örtlichen Gewerbeamt an (Bundesportal); das Finanzamt meldet sich danach mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Bleibt dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 Euro und im laufenden Jahr unter 100.000 Euro, kannst du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzen. Details zu Versicherung, Verträgen und Steuern stehen in als Privatkoch selbstständig machen.

Die ersten Events kalkulieren

Der klassische Anfängerfehler: Wareneinsatz plus ein bisschen. Ein Dinner für acht kostet vom Einkauf bis zum Aufräumen leicht 12 bis 14 Stunden. Bau den Preis aus vier Teilen auf:

  1. Ware zum tatsächlichen Einkaufspreis, plus Puffer für Verschnitt und die Extraportion.
  2. Deine Zeit, jede Stunde, zu einem Satz, den du für eine Küchenschicht akzeptieren würdest.
  3. Anfahrt und Ausrüstung: Sprit oder Ticket, Parken, mitgebrachtes oder geliehenes Equipment.
  4. Fixkosten: Versicherung, Schulungen, Plattform- und Zahlungsgebühren, Steuern.

Die meisten Mietköche verkaufen pro Person mit Mindestgästezahl. Unser Leitfaden zu Preisen und Verdienst, mit echten Menüpreisen auf UpChef nach Land, ist bisher nur auf Englisch verfügbar.

Erste Kunden gewinnen

  • Empfehlungen. Koch für Leute, die oft Gäste haben, und bitte sie, dich weiterzuempfehlen.
  • Social Media. Kurze Videos von Vorbereitung und Anrichten, dazu klar: Region und wie man bucht.
  • Lokale Partner. Ferienwohnungs-Gastgeber, Weinhandlungen, Floristen, Eventplaner und Locations ohne Küche hören oft „Kennt ihr einen Koch?“.
  • Plattformen. Sie bringen Kunden, die schon buchen wollen, wickeln die Zahlung ab und sammeln Bewertungen, gegen Gebühren, die du vergleichen solltest.

Schritt für Schritt: Privatkoch auf UpChef

  1. Lade die UpChef-App herunter (iOS oder Android) und registriere dich als Koch.
  2. Lass dich verifizieren: Lade einen amtlichen Ausweis und ein Kochzertifikat oder ein Arbeitszeugnis aus einer Küche hoch. Ein UpChef-Admin prüft und gibt dich frei.
  3. Erstelle Profil und Menüs: Fotos, Bio, Preis pro Person, Gästezahl, Region und Verfügbarkeit.
  4. Werde gefunden und erhalte Anfragen, schon bevor du Auszahlungen eingerichtet hast.
  5. Richte Auszahlungen vor der ersten bezahlten Buchung ein: Die Registrierung bei Stripe Connect dauert etwa 2 bis 5 Minuten.
  6. Kochen, abschließen, bezahlt werden: Die Auszahlung wird 48 Stunden nach dem Ende des Service freigegeben; bis dahin kann der Kunde ein Problem melden.

Die Registrierung ist kostenlos und die Provision beträgt 0 % für alle Köche: Du behältst 100 % des Preises, den du festlegst. Der Kunde zahlt zusätzlich eine Servicegebühr von 7 % und die Steuer darauf. Von deiner Auszahlung wird eine Zahlungsabwicklungsgebühr von 6 % abgezogen. Telefonnummern und E-Mail-Adressen bleiben im Chat verborgen, bis die Buchung bezahlt ist. Buchungen kann UpChef nicht garantieren.

Seiten für Köche: Deutschland, Schweiz. In der Schweiz anerkennt deine AHV-Ausgleichskasse die Selbstständigkeit, und für Lebensmittelbetriebe ist das kantonale Lebensmittelinspektorat zuständig; frag bei deinem Kanton nach, was für dich gilt.

Häufige Fragen

Wie werde ich Privatkoch?

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Sammle zuerst Erfahrung in Profiküchen oder im Catering, hol dir die Belehrung nach Paragraf 43 Infektionsschutzgesetz und eine Hygieneschulung, melde ein Gewerbe an und schreib drei bis fünf feste Menüs mit Preis pro Person. Erste Buchungen kommen meist über Empfehlungen, Social Media und Buchungsplattformen.

Muss ich als Mietkoch ein Gewerbe anmelden?

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In der Regel ja: Als selbstständiger Mietkoch meldest du ein Gewerbe beim örtlichen Gewerbeamt an, danach meldet sich das Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Bei geringem Umsatz kommt die Kleinunternehmerregelung infrage. Im Zweifel hilft ein Steuerberater.

Brauche ich als Privatkoch eine Infektionsschutzbelehrung?

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Ja, bevor du gewerbsmäßig mit Lebensmitteln für andere arbeitest. Die Bescheinigung stellt das Gesundheitsamt oder ein beauftragter Arzt aus, sie darf bei Aufnahme der Tätigkeit nicht älter als drei Monate sein, und die Belehrung ist alle zwei Jahre zu wiederholen.

Kann ich ohne Kochausbildung Privatkoch werden?

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In der Regel schreibt das Gesetz keine abgeschlossene Kochausbildung vor. Kunden und Plattformen wollen aber sehen, dass du professionell kochst: eine Ausbildung oder Erfahrung in Profiküchen. UpChef verifiziert jeden Koch mit Ausweis und Kochzertifikat oder Arbeitszeugnis.

Was kostet UpChef für Köche?

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Die Registrierung ist kostenlos, und UpChef nimmt 0 % Provision von allen Köchen. Der Kunde zahlt eine Servicegebühr von 7 % zusätzlich zu deinem Preis. Von deiner Auszahlung, die 48 Stunden nach dem Ende des Service freigegeben wird, wird eine Zahlungsabwicklungsgebühr von 6 % abgezogen.

Quellen

Offizielle Seiten geprüft im November 2026. Regeln ändern sich; prüfe sie bei der zuständigen Behörde oder einem Steuerberater, bevor du dich darauf verlässt.

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